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Abschied von einer Freundin

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Dagmar Dort wo junge Menschen nach Wissen und Bildung streben, da begegneten wir uns auf der Suche nach neuen Kenntnissen und Erfahrungen. Philosophie und Politik brachten uns kaum weiter, aber unsere Gespräche übers Leben und besonders das Schreiben uns einander ein wenig näher. Gemeinsame Unternehmungen vertieften die Freundschaft. Dann traf dich die schwere Krankheit, die dich schon mal aus der Bahn geworfen. Hatten wir noch an viele Gespräche und Erlebnisse gedacht, so war jetzt Hilfe nötig und ich konnte sie geben. Uns beiden war diese Lage nie vorher in den Sinn gekommen, aber wir nahmen sie an ohne Bedenken. Die Hoffnung auf Heilung war anfangs da, doch der Krebs war schließlich stärker und so musste ich Abschied von dir nehmen. Die Zeit mit dir, deine Klugheit und dein trockener Humor werden mir sicher unvergesslich bleiben, Insch'allah.

Eine Seite gegen das Verschweigen und Vergessen

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Die Geschichte der Verfolgung von Schwulen, Lesben und anderen nicht in die heterosexuelle Norm passenden Menschen fand ihren Tiefpunkt in den Zeiten der Nazi-Diktatur. Auch wenn wir in Deutschland glücklicherweise diese Zeiten hinter uns gelassen und eine weitgehende Gleichstellung erreicht haben, sind Vorurteile, Ablehnung und Aggression immer noch allzu häufig. Was in den zwölf Jahren des Nationalsozialismus an den sogenannten „Volksschädlingen“ verbrochen wurde und wenn auch weniger tödlich danach fortgesetzt wurde, wird gerne verschwiegen und vergessen. Erst vor kurzem fand ein Bundespräsident angemessene Worte der Entschuldigung für diese Verbrechen. Leider ist auch in lesbisch-schwulen Kreisen die Erinnerung an die schlimmen Zeiten nicht sehr lebendig. Es gibt wohl eine Reihe von Büchern, die über diese Thematik berichten. Leider wohl nur mit geringer Auflagenzahl, vielleicht wegen des teilweise eher wissenschaftlich und allgemein berichtenden Stils. Seit einiger Zeit gib...

Corona

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Corona – die Welt steht still Man kann zur Zeit nicht an diesem Thema vorbei, das so einschneidend in unser aller Leben eingreift. Eine Epidemie, die sich rasend schnell auf der ganzen Welt verbreitet bedroht das Leben ungeheuer vieler Menschen. Im Prinzip ist die Erkrankung durchaus ähnlich einer Grippeerkrankung. Auch dort können Menschen schwere Verläufe durchmachen oder sterben. Aber Sars-Cov-2 ist offensichtlich sehr leicht übertragbar. Gefährlich ist auch, dass viele Infizierte keine Symptome zeigen, aber trotzdem die Infektion übertragen können. Es gibt zahlreiche Informationsmöglichkeiten zu der Corona-Pandemie und ich will hier nicht über die medizinischen Seite schreiben. Mir geht es darum, meine eigenes Erleben dieser weltweiten Krise darzustellen. Ich war zunächst der Meinung, dass hier eine Hysterie hochgekocht würde. Diese Meinung habe ich inzwischen geändert. Ich denke aber immer noch, dass die Medien uns überfrachten mit ihrer Corona-Berichterstattung. Andererseits w...

Ein Roman über Europa

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Durch eine Freundin bekam ich kürzlich den Roman „Die Hauptstadt“ von Robert Menasse in die Hände. Er hatte für dieses Werk den Deutschen Buchpreis erhalten. „Da läuft ein Schwein!“ Mit diesen Worten beginnt der Roman und das Schwein wird sich durch die ganze Geschichte immer wieder mal bemerkbar machen. Ein Mord spielt nebenbei eine Rolle, aber Kommissar Brunfaut darf ihn nicht aufklären, da das politisch nicht gewollt ist. Der Mörder, der den Falschen erwischt hat, muss aber nun selbst um sein Leben fürchten, ohne zu wissen warum. Die wichtigste Rolle in diesem Buch spielen Beamte der Europäischen Kommission. In der Generaldirektion Kultur soll ein Beitrag zur Feier des Jahrestags der Gründung der Kommission erarbeitet werden. Martin Sussmann, Mitarbeiter der Abteilungsleiterin Fenia Xenopulou, hat einen Vorschlag, der zwar von allen Seiten begrüßt, aber von höherer Seite gleich zum Abschuss frei gegeben wird. Denn Auschwitz und das „Nie wieder“ danach sollte dabei eine Rolle spiele...

Anreger und Vorbilder IV: Freddy Mercury und Queen

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Kürzlich kam ein Film über das Leben des Sängers der Pop-Gruppe Queen ins Kino. Ich habe ihn als ich diesen Artikel begann noch gar nicht gesehen, wurde aber durch ihn wieder auf eine Persönlichkeit aufmerksam, die ich schon lange Zeit bewundert habe und noch bewundere. Ich war nie ein großer Fan der Pop-Musik, aber die Gruppe Queen, die ich durch meinen Schwager kennenlernte, hat mich dennoch fasziniert. Die LP „A Night at the Opera“ war die Erste, die ich von ihnen zu hören bekam. Besonders das Stück „Bohemian Rhapsodie“ gefiel mir sehr. Nicht alles auf späteren Platten sagten mir zu, aber insgesamt schaffte es Queen, mich zu einem ihrer Fans zu machen. Die herausragende Stimme des Leadsängers der Band, Freddy Mercury zog mich in ihren Bann. Als Freddy dann auch noch mit der fantastischen Opernsängerin Montserrat Caballé den tollen Song „Barcelona“ aufführte, war ich begeistert. Später hörte ich, dass Freddy, der einige Jahre mit einer Frau verheiratet gewesen war, auch mehr...

Selber machen macht glücklich!

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Vor einigen Jahren veröffentlichte ich folgenden Artikel auf Suite101.de. Diese Seite existiert nicht mehr und ich veröffentliche ihn jetzt leicht verändert hier, da ich das Thema immer noch interessant finde. In Zeiten wo man sich fast alles online bestellen kann, beginnen immer mehr Menschen wieder Dinge selber zu machen und sich gut dabei zu fühlen. Frauenzeitschriften bieten ja je nach Jahreszeit Bastelanleitungen zu Ostern und Weihnachten und jede Menge Back- und Kochrezepte, immer noch ein wenig in der Spur alter Rollenmuster. Aber mehr und mehr Menschen spüren aus anderen Gründen, das ein Leben zwischen Büro und Facebook, Supermarkt und Onlinebestellung auf Dauer eine gewisse Leere entstehen lässt. Entfremdete Konsument oder selbst gemachtes Selbstwertgefühl Mehrjährige Untersuchungen der Diplom-Psychologin Ines Imdahl führten zu dem Ergebnis, dass ein verstärkter Trend zum Selbermachen besteht und dass dies nicht daran liegt, dass sich Frauen wieder in ihre alten Rollen ...

Anreger und Vorbilder III:

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James Baldwin Nicht lange nach meinem Coming-out als Schwuler war ich ständig auf der Suche nach Literatur, die mir zu einem besseren Selbstverständnis und Selbstbewusstsein verhelfen konnte. Das waren zumeist Sachbücher. Aber zu meinem 27. Geburtstag bekam ich dann von meinem damaligen Freund den Roman „Giovannis Zimmer“ von James Baldwin geschenkt. Auch wenn die Geschichte am Ende tragisch endete, faszinierte sie mich doch sehr. Das lag sicher auch an der grandiosen Schreibweise des Autors. Ich interessierte mich nun mehr für sein Werk und las auch Texte von ihm auf Englisch. So fand ich in einem Gebrauchtbücherladen „Another Country“, was ich etwas schwieriger zu lesen fand. Bei der ehemaligen Schulliteratur meiner älteren Geschwister fiel mir die Kurzgeschichte „This morning, this evening, so soon“ in die Hände. Ich schätzte bei allen Texten von Baldwin seine prägnante Darstellung gesellschaftlicher Probleme bei gleichzeitig sehr differenzierter Schilderung der Protagonisten. Kei...