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Ballett for Life in der Deutschen Oper

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Die zunehmende Zahl der Jahre ist in meinem Alter nicht unbedingt Anlass zur Freude, wohl aber, zumindest manchmal, die Geschenke die einem anläßlich eines Geburtstages verehrt werden. So bekam ich in diesem Jahr von meinem lieben Gatten einen Ballettbesuch in der Deutschen Oper geschenkt. Ich wusste, dass es sich um eine Choreografie von Maurice Béjart handelte und war dementsprechend gespannt. Das Haus war offensichtlich ausverkauft (es war ein Tag nach der Premiere) und wir kamen leider etwas zu spät, sodass wir unsere Plätze im Dunkeln suchen mussten. Zum Glück waren in der vierten Reihe noch vier Plätze am Rande frei, so dass die Sicht nicht ganz perfekt aber ausreichend gut war. Dann begann sogleich die Aufführung. Mir vertraute Musik ertönte, nämlich Klänge der von mir verehrten Band Queen. Es begann eine Abfolge herrlich getanzter Szenen, die an Vielfalt, Einfallsreichtum und Klarheit nichts zu wünschen übrig ließen. Die Musik von Queen und die Stimme von Freddie Mercury domin...

Bücher machen ist nicht leicht

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Es ist lange her, dass ich mich hier an meine Leser gewandt habe. Grund dafür war unter Anderem, dass ich ein Buch aus dem Niederländischen mit gut 600 Seiten übersetzt und publiziert habe. Damit hatte ich bereits Ende letzten Jahres begonnen und im Mai war die Hauptarbeit dann erledigt. Es handelt sich um eine Erzählung des Holländers Bernardus Gewin, die dieser 1841 herausgebracht hatte. Ich kam ganz zufällig an dieses Werk. Auf der Suche nach preiswerter niederländischer Literatur, um meine Sprachkenntnisse zu verbessern, durchstöberte ich verschiedene Verzeichnisse und fand auch das eine oder andere. Da es möglichst kostenlos sein sollte, waren dies aber überwiegend Schriften aus dem vorletzten Jahrhundert. „De Reisontmoetingen van Joachim Polsbroekerwould en zijne Vrienden“ („Die Reiseabenteuer des Joachim Polsbroekerwould und seiner Freunde“) gefielen mir von allen Texten am Besten und da auf dem Buch keine Rechte lagen, erschien es mir reizvoll, es zu übersetzen und ein Buch fü...

Zum 11. Hochzeitstag

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Mein Liebster Geh'n viele Jahre gemeinsam durchs Leben schon, soviel Freude, aber auch manche Sorgen und gelegentlich gab es auch mal Streit. am Anfang hätte ich dies nicht erwartet, wenn auch sicherlich heimlich erhofft. Wohl hast du deine Launen und kannst ein rechter Drache sein, mit einem donnernden Temp'rament, Und doch bist du mein ruhender Pol Und fester Halt in dieser wilden Welt. Ach, das wünsche ich wirklich sehr, dass außer gutem Essen und Gemütlichkeit ich dir auch manche Freude bereite und dass mein Herz ein warmer Platz als auch ein Ruhepol für deine Seele sei. Du mein Geliebter, mein Freund, mein Mann, sollst es, ging es nach mir, noch lange sein. Du schenkst mir Zärtlichkeit und Nähe Und auch die Freiheit, die ich brauch. Gehn wir doch weiter diesen Weg!

Verrückte Welt

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Ist diese Welt denn verrückt geworden? Da wird im Namen Allahs gemordet und gebombt, Da muss der reine Glaube bewahrt werden. Hat Religion je irgendwelche Probleme gelöst? Und dort wo Wohlstand herrscht und Frieden, Da hat man Angst vor Flüchtlingen und Fremden, Angst vor fremder Kultur, wo man die eigene gar nicht pflegt, Angst vor Überfremdung, wo man sich selber fremd ist Und mit der schnellen Veränderung nicht zurecht kommt. Russland wütet im Nachbarland, das sich dem Einfluss entzieht und Europa drängt auf schnelle Anpassung für bessere Geschäfte. Gemeinsam ist die Sehnsucht nach einfachen Lösungen, nach starken Männern und lauten Parolen. Gibt es da nicht wirklich wichtigeres in dieser Welt? Sind wir nicht gerade dabei, unseren Planeten zu ruinieren, Luft, Erde und Wasser zu verpesten und zu verbrauchen? Wachstum über alles, ohne Rücksicht auf Verluste? Unermesslicher Reichtum für wenige, dank massenhafter Armut? Ist die Menschheit wirklich unfähig zur Vernunft...

Kalte Zeit

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Der Regen peitscht, vermischt mit Schnee ich trinke drinnen meinen Tee. Ich bleibe drin und will nicht raus, dies Wetter ist mir echt ein Graus. Auch bläst der Wind mit aller Kraft, ich hoff', das bleibt nicht dauerhaft. Das Leben ist nicht selten so, ist es mal anders, bin ich froh. Eilig hastet jeder vorbei, wie es mir geht ist einerlei. Doch will nicht fischen im Trüben, mich lieber der Muße hingeb'n. Herbst, kleines Aquarell 1981 Copyright für Text und Bild Ludger Gausepohl

Pride - Ein Loblied auf Solidarität und Überwindung von Vorurteilen

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Am Samstagabend war ich mal wieder im Kino und sah ich im Xenon: Pride. Der Film erzählt von jungen (und nicht mehr ganz so jungen) Schwulen, die den Bergarbeiterstreik unterstützen wollen, Geld sammeln und dann erst daran denken, wohin das Geld gehen soll. Ein willkürlich ausgesuchtes Dorf in Wales trifft die Wahl, ein aufgeschlossener örtlicher Gewerkschaftsmann nimmt das Geld entgegen und läd die Gruppe ein. Das verursacht allerdings einige Unruhe in dem kleinen Ort und mancher Konflikt muss überwunden werden, bevor Dörfler und Schwule ihre Vorurteile voreinander durchbrechen. Der Film lebt aus dem typischen britischen Humor, aber rührt auch sehr stark an. Aids spielt leider auch eine Rolle, denn diese Krankheit begann ja damals ihren Siegeszug um die Welt. Einige sehr starke Figuren sowohl bei den Dorfbewohnern, als auch unter den Schwulen verleihen dem Film seine Lebendigkeit. Der Film, der uns in die Zeit von Maggie Thatcher führt, zeigt die große Kraft der Solidari...

Mein Berlin

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Eben traf ich in einem Park wohl einen Dudelsackspieler! Trifft man ihn, außer in Schottland, noch irgendwo, einfach mal so? Wo läßt auf einem Flughafen man die Drachen ganz hoch steigen? Wo war eine Stadt einmal zwei und das nicht zum ersten Male? Wo ging eine Teilung vorbei? Wo kam Verschied'nes zusammen Und brachte das Chaos Freude? Wo strömt alle Welt zusammen? Wo singen russische Sänger in der U-Bahn ihre Lieder? Wo nur mischen sich immer zu, wenn auch nicht immer schön, Altes und Neues so lebhaft Und immer wieder ganz anders? Wo regierte die große Stadt ein schwuler Bürgermeister? Wo tanzt man in einer Fabrik übers ganze Wochenende Und treffen sich Partyleut' und fleißige Frühaufsteher? Aber doch hat diese bunte Stadt wohl auch ihre dunklen Seiten: Nicht wenig an Kinderarmut und einiges Flüchtlingselend, Gewalt im öffentlichen Raum und rechter Sumpf ohne Vernunft. Nun hab ich das Gefühl schon lang, dass ich, seit ich hier heimisch bi...