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Verrückte Welt

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Ist diese Welt denn verrückt geworden? Da wird im Namen Allahs gemordet und gebombt, Da muss der reine Glaube bewahrt werden. Hat Religion je irgendwelche Probleme gelöst? Und dort wo Wohlstand herrscht und Frieden, Da hat man Angst vor Flüchtlingen und Fremden, Angst vor fremder Kultur, wo man die eigene gar nicht pflegt, Angst vor Überfremdung, wo man sich selber fremd ist Und mit der schnellen Veränderung nicht zurecht kommt. Russland wütet im Nachbarland, das sich dem Einfluss entzieht und Europa drängt auf schnelle Anpassung für bessere Geschäfte. Gemeinsam ist die Sehnsucht nach einfachen Lösungen, nach starken Männern und lauten Parolen. Gibt es da nicht wirklich wichtigeres in dieser Welt? Sind wir nicht gerade dabei, unseren Planeten zu ruinieren, Luft, Erde und Wasser zu verpesten und zu verbrauchen? Wachstum über alles, ohne Rücksicht auf Verluste? Unermesslicher Reichtum für wenige, dank massenhafter Armut? Ist die Menschheit wirklich unfähig zur Vernunft...

Kalte Zeit

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Der Regen peitscht, vermischt mit Schnee ich trinke drinnen meinen Tee. Ich bleibe drin und will nicht raus, dies Wetter ist mir echt ein Graus. Auch bläst der Wind mit aller Kraft, ich hoff', das bleibt nicht dauerhaft. Das Leben ist nicht selten so, ist es mal anders, bin ich froh. Eilig hastet jeder vorbei, wie es mir geht ist einerlei. Doch will nicht fischen im Trüben, mich lieber der Muße hingeb'n. Herbst, kleines Aquarell 1981 Copyright für Text und Bild Ludger Gausepohl

Pride - Ein Loblied auf Solidarität und Überwindung von Vorurteilen

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Am Samstagabend war ich mal wieder im Kino und sah ich im Xenon: Pride. Der Film erzählt von jungen (und nicht mehr ganz so jungen) Schwulen, die den Bergarbeiterstreik unterstützen wollen, Geld sammeln und dann erst daran denken, wohin das Geld gehen soll. Ein willkürlich ausgesuchtes Dorf in Wales trifft die Wahl, ein aufgeschlossener örtlicher Gewerkschaftsmann nimmt das Geld entgegen und läd die Gruppe ein. Das verursacht allerdings einige Unruhe in dem kleinen Ort und mancher Konflikt muss überwunden werden, bevor Dörfler und Schwule ihre Vorurteile voreinander durchbrechen. Der Film lebt aus dem typischen britischen Humor, aber rührt auch sehr stark an. Aids spielt leider auch eine Rolle, denn diese Krankheit begann ja damals ihren Siegeszug um die Welt. Einige sehr starke Figuren sowohl bei den Dorfbewohnern, als auch unter den Schwulen verleihen dem Film seine Lebendigkeit. Der Film, der uns in die Zeit von Maggie Thatcher führt, zeigt die große Kraft der Solidari...

Mein Berlin

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Eben traf ich in einem Park wohl einen Dudelsackspieler! Trifft man ihn, außer in Schottland, noch irgendwo, einfach mal so? Wo läßt auf einem Flughafen man die Drachen ganz hoch steigen? Wo war eine Stadt einmal zwei und das nicht zum ersten Male? Wo ging eine Teilung vorbei? Wo kam Verschied'nes zusammen Und brachte das Chaos Freude? Wo strömt alle Welt zusammen? Wo singen russische Sänger in der U-Bahn ihre Lieder? Wo nur mischen sich immer zu, wenn auch nicht immer schön, Altes und Neues so lebhaft Und immer wieder ganz anders? Wo regierte die große Stadt ein schwuler Bürgermeister? Wo tanzt man in einer Fabrik übers ganze Wochenende Und treffen sich Partyleut' und fleißige Frühaufsteher? Aber doch hat diese bunte Stadt wohl auch ihre dunklen Seiten: Nicht wenig an Kinderarmut und einiges Flüchtlingselend, Gewalt im öffentlichen Raum und rechter Sumpf ohne Vernunft. Nun hab ich das Gefühl schon lang, dass ich, seit ich hier heimisch bi...

Clivia in der Komischen Oper Berlin

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Am Sonntag dem 28.10. stand ein Besuch der Komischen Oper auf dem Programm. Dort wurde die Operette „Clivia“ von Nico Dostal gegeben. Die Karten waren ein Geburtstagsgeschenk. Das Stück war leichte, aber höchst unterhaltsame Kost. Die Geschwister Pfister, die drei der Hauptrollen besetzten, waren wieder in Höchstform. Besonders Tobias Bonn, der den Juan Domango spielte, sang ausgezeichnet, aber auch Christoph Marti wurde seiner Rolle als Clivia bestens gerecht, ein wenig Marlene Dietrich mit der Stimme von Zara Leander. Andreja Schneider kam in diesem Stück nicht so ganz zum Zug, verbreitete aber wie immer gute Laune. Das Stück zeichnete sich durch Schwung, Humor und viel Tanzszenen aus. Die schlagerartigen Gesangsstücke wurden durch die Art der Aufführung etwas ironisiert, wie auch die klischeehafte Darstellung des lateinamerikanischen Fantasielandes Boliguay durch Übertreibung ins Komische gezogen wird. Nach der Aufführung gab es „standing ovations“ und zu recht. Wir gingen mit e...

Monsieur Claude und seine vier Töchter

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Am vergangenen Wochenende sahen wir uns „Monsieur Claude und seine vier Töchter“ an. Ein gutsituiertes, brav katholisches französisches Ehepaar hat vier Töchter. Davon sind bereits drei verheiratet, eine mit einem Juden, die zweite mit einem Marokkaner und die dritte mit einem Chinesen. Es gibt jede Menge Reibereien zwischen den Schwiegersöhnen und die Eltern fühlen sich bereits stark überfordert mit ihrer bunten Familie, als die jüngste Tochter auch heiraten will. Ihr Liebster ist immerhin katholisch, was Mama sehr freut, aber zu aller Schrecken ist er schwarz. Eine Folge von verrückten Begegnungen zwischen den Familien der beiden Verlobten droht die Beziehung der beiden zu zerbrechen. Ohne Rücksicht auf „political correctness“ macht der Film deutlich, dass überall Vorurteile lauern, ohne dass wir uns dessen bewusst sind und das einander Kennenlernen, das beste Mittel dagegen ist. Natürlich sind die Figuren teilweise etwas holzschnittartig, aber doch sehr menschlich dargestellt. D...

Mit Kunst und Händel gegen Trauer und Angst

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Nun habe ich also schon meinen zweiten Pleschinski durch. Nachdem ich mit Genuss die „Königsallee“ gelesen hatte, war ich neugierig auf mehr von diesem Autor und blieb bei „ Bildnis eines Unsichtbaren " hängen. Das Buch spannt einen großen Bogen von den siebziger Jahren bis kurz nach der Wende. Der autobiografische Roman beschreibt die Entwicklung einer dreiundzwanzigjährigen Beziehung zwischen dem Ich-Erzähler, bei dem es sich zweifelsohne um H.P. handelt und dem Galeristen Volker K. Neben dem Leben der beiden zwischen Alltäglichkeit und Kunst, Schriftstellerei, Theater und anderen Erscheinungen der Kultur unserer Zeit spielt Aids eine immer wieder aufflackernde und zusehends schmerzlichere Rolle. Trotz aller dunkel dräuenden und Angst machenden Unbill ist das Buch geprägt durch seine feine Ironie und die Darstellung von, wenn auch immer wieder gebrochener, Lebensfreude. Pleschinski setzt seinem verstorbenen Freund ein Denkmal ohne ihn auf einen hohen Sockel zu stellen, sonde...