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Illusion

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Rose in dampfender Schale, kleines Aquarell, 1987 Das Leben mit all den Verwicklungen, mit Tod, Unglück, Verlust, Elend und Not, will gar nicht uns'ren Wünschen entsprechen. Damit's uns dennoch schöner erscheine, erdachte jemand einst die Illusion. Wir lieben und pflegen sie gar eifrig, aber sie bleibe möglichst unsichtbar. Aufregend, voller Überraschungen, voll Liebe und Erfolgen soll sie sein, wir seh'n die Welt, so wie sie uns gefällt. Was hinter dem schönen Schein sich verbirgt, halten wir gern vor uns selbst verborgen. Dass die Freiheit oft nur ein Trugbild, Toleranz nur versteckte Verachtung, die Werbung voller Manipulation, wir wissen's, doch ignorieren es gern. Doch wie wäre das Leben ohne sie? Wär es nicht schwerer, gar unerträglich? Lässt sie nicht blühen uns're Fantasie, und mit ihr gar alle Kunst und Kultur? Das rechte Maß wäre noch zu finden, aber ebenso die Bereitschaft zur Wahrheit und auch der Blick hinter die Illusion! ...

Ein Besuch der Ai Weiwei Ausstellung im Martin-Gropius-Bau, Berlin

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Ai Weiwei:Very Yao, im Martin-Gropius-Bau, Berlin Seit dem 4. April ist im Berliner Gropius-Bau die Ausstellung 'Evidence' des bekannten chinesischen Künstlers Ai Weiwei zu sehen. Da meine Schwester dieser Tage zu Besuch war, entschloss ich mich, mit ihr diese Kunstschau zu besuchen. Zunächst einmal waren wir besorgt, dass die Ausstellung völlig überlaufen wäre, da sie in allen Medien reichlich besprochen und beworben wurde. Durch eine Online-Buchung hofften wir zumindest die Wartezeit auf den Eintritt zu verkürzen. Ich war etwas skeptisch, was wir zu sehen bekommen würden, auch wenn ich im Fernsehen schon das Eine oder Andere gesehen hatte. Moderne Kunst erscheint mir oft etwas willkürlich in ihrem Anspruch und recht profan. Aber nachdem wir ohne Wartezeit das Museum betreten konnten, war mir sehr schnell klar, dass dies eine an Eindrücken reiche Werkschau sein würde. Betritt man die Eingangshalle dann hängt im Lichtschacht eine Installation aus zahlreichen silbrigen Fa...

Frohes Neues Jahr

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Ein neues Jahr ist eingetroffen Und vieles von ihm wir erhoffen. Aus uns'rer Erfahrung wissen wir, Nicht immer Gutes steht vor der Tür, Doch Hoffnung hält uns in Trab, Trotz vieler Umstände Auf und Ab. Wenn auf andere zu wir gehen, Nicht nur die Schattenseiten sehen, Tun unser Bestes mit frohem Mut, Dann stehen fürs Jahr die Chancen gut. Der Weg ins Unbekannte, Wachsmalkreide auf Papier, Copyright Bild und Text Ludger Gausepohl

Mandela

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Gigant der Freiheit und Versöhnung, Parteipolitikern Verhöhnung, Nach langem Streit, teils auch mit Gewalt, gabest der Hoffnung neue Gestalt. Wegbereiter besserer Zeiten, Wird 's die Enkel weiterhin leiten? Südafrikas Volk, nennt Vater dich, muss sich nun mehr verlassen auf sich! Statue von Mandela im alten Hafen von Kapstadt Bild und Text copyright Ludger Gausepohl

Herbst in Berlin

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Der Gehweg liegt voller Blätter, hier und da ein Fetzen Papier. Über die löchrigen Straßen hasten unbekannte Menschen auf dem Weg zu ihrer Arbeit, vereinzelte kommen noch von nächtlichen Vergnügungen. Etwas Regen, ein rauer Wind, von fern die S-Bahn rumpelt, quietscht. Ist's vertraut oder unheimlich? Zweig, Zeichnung, Buntstift, 1984, Copyright Bild und Text Ludger Gausepohl

Fantasie

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Komm, wir schaffen eine Welt, und bauen uns Raum und Zeit, wie immer es uns gefällt, doch trifft Traum auf Wirklichkeit, manch Luftschloss zusammen fällt. Nur es bliebe ungemacht manch Entdeckung in der Welt, viel Geschichten ungedacht, manch Erfindung gäb es nie, ohne deine Fantasie. Fantasie, kleines Aquarell, 1989 (Postkartengröße) Copyright Bild und Text Ludger Gausepohl 2013

Männerlust

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Sturm und Drang sind lange schon vorbei, doch für mich nicht der Reiz der Männer, für mich, den älter werdenden Mann. Schmale Hüften, verlockender Gang, kecke Gesichter unter schwarzem oder blondem Haar, modisch frisiert. Das Begehren sie zu berühren, zu spüren und mehr, immer noch da. Hätte es wohl vielleicht nicht nötig, aber der Trieb fragt ja nicht danach. Doch dieser Reiz ist Salz im Leben, durch ihn fühl ich mich wieder jung, manchmal aber macht er mir auch klar, dass ich nur so alt bin wie ich bin. Selbstportrait 1981, Aquarell ca.24x15cm Copyright Text und Bild Ludger Gausepohl